Die Suche nach Fragen und Antworten #1
Originalthread: http://www.weg-des-stifts.de/smf/recherche/die-suche-nach-fragen-und-antworten/
Nun die Antwort ist nicht 42, also kann ich euch schon einmal ein wenig beruhigen… Ein Handtuch hab ich trotzdem. (@Die, die es kennen: Die Anspielung musste sein. ^^ @Rest: Einfach ignorieren)
Aber nun gut nun zum eigentlichen Thema in diesem Thread. Ich hab mich dazu entschieden meine Gedanken rund ums Schreiben einfach mal nieder zu schreiben und dabei eine Art Schreibtagebuch zu verfassen. Die Texte werden recht spontan entstehen und womöglich wenig wissenschaftlich fundiert sein und sie können ebenso Fehler enthalten. Und da kommt ihr ins Spiel. Ich mag Diskussionen. ^^
Also zögert nicht meine Gedankengänge rund um ein Thema einfach mal auseinanderzupflücken. Böse werd ich euchs garantiert nicht nehmen, ganz im Gegenteil.
Daher fang ich auch einfach mal mit dem Problem an, das mich momentan vom ernsthaften Weiterschreiben am “Auge des Sehers” hindert. Und das wäre die Gesellschaft.
Die Gesellschaft? Da lebst du doch jeden Tag drin, wie kann das ein Grund für eine Schreibblockade sein? Das könnt man sich durchaus fragen. Und würde ich in einem anderen Genre als der Fantasy schreiben, so würde ich dem sogar zustimmen. Aber da ich dies nun mal nicht tue, häufen sich ein paar gedankliche Herausforderungen vor mir auf.
Schließlich habe ich keine Lust unsere aktuelle Gesellschaft einfach synonymhaft in meine Geschichte zu übernehmen. Das ist mir ehrlich gesagt zu unspannend.
Damit steht also schon einmal fest, dass ich meine eigene Gesellschaft entwickeln muss. So das ist aber einfacher gesagt als getan. Schließlich stellt sich jetzt die Frage, wie eine Gesellschaft überhaupt so zusammengesetzt ist. Die Regierung und damit das politische System, das Willensbildung betreibt und damit direkten Einfluss auf die Denkart der Menschen in der Gesellschaft nimmt, darf natürlich auf gar keinen Fall fehlen. So weit so gut. Aber bevor wir ins Detail gehen, sollten doch erst einmal die groben Sachen geklärt werden.
Wie groß ist die Gesellschaft?
Was für Leute leben in dieser Gesellschaft?
Was für Wesen leben in dieser Gesellschaft?
Wo lebt diese Gesellschaft?
Hat die Gesellschaft willensbildende Beziehungen zu anderen Gesellschaften?
Lebt die Gesellschaft in einem Zustand der Gewalt oder der intellektuellen Erkenntnis?
Ist sie autonom oder abhängig?
Sind diese Fragen, die durchaus relevant für den eigentlichen Plot sein können und höchst wahrscheinlich in irgendeiner Form zu irgendeinem Zeitpunkt auch sind, beantwortet, kanns schließlich ein wenig genauer werden. Die Regierung wird an die entsprechenden Umstände angepasst. Ein riesiges Land wird nur unter bestimmten Bedingungen in einer Polis leben etc. Hier gilt, dass die Regierungsform möglichst so gestaltet sein sollte, dass sie später in irgendeiner Form den Weg des Protagonisten kreuzen wird. Dies kann in nationalistischen Wesenszügen der Bürger sein, aber auch in einer Revolution, die durch anhaltende Ausbeutung der Bauern etc. hervorgerufen wurde, sein.
Haben wir also die Züge der Regierung, sowohl die groben verfassungstechnischen, die schließlich in Gesetzen die Bürger beeinflussen, als auch die menschlichen Züge, wie den Charakter des Königs, falls dieser wichtig sein sollte, festgelegt, geht es an die Menschen.
Warum sind sie nun das letzte Glied in dieser Kette? Verallgemeinert gesagt ist der Geist der Menschen ein Produkt der Regierung. Sie hat die höchste Macht in der Gesellschaft und hat somit auch die Möglichkeit den Willen der Menschen zu beeinflussen, in welcher Art auch immer. Der einzelne Mensch muss sich also an die Regierung und deren Verfügungen, Gesetze, Eigenarten, Schwächen, Grausamkeiten und positiven Eigenschaften anpassen und nicht umgekehrt. Eine Regierung die sich im Entstehungsprozess an den einzelnen Bürger, oder sogar Charakter anpasst, wird sich also durchaus die Blöße geben logische Schwächen aufzuweisen.
Prota soll Nebencharakter 1 (NC1) treffen, NC1 soll ihm aber nicht gut gesinnt sein, weil seine Gesellschaft eine Abneigung gegenüber Außenseiter hat. NC1 mag Prota also nicht. Warum? Entweder weil er selbst böse Erfahrungen mit Fremden gemacht hat (persönliche, charakterbedingte Gründe, die hier nicht angesprochen werden sollen), oder aber weil ein Fremder Ärger anzieht, der in Verbindung mit der Regierung steht. Also wird die Regierung kurzerhand so angepasst, dass sie einen Grund liefert, warum sich derjenige so verhalten soll. Würde man dies in diesem Muster fortführen, bei jedem NC, den der Prota trifft, so würde es wohl schon nach einiger Zeit ein Chaos in den Gesetzen geben, das selbst das Deutsche Gesetzeswerk toppen würde.
Also sollte man vom Ganzen auf das Große schließen und von dem Großen auf den Einzelnen. [...]
Zumindest ist das meine Erkenntnis, nachdem ich im Moment einfach Stocke, weil ich nicht weiß, wie ich die unterschiedlichen Leute in den ganzen Ländern und Städten reagieren lassen soll. So müsste es, rein theoretisch, besser funktionieren. Ob das in der Praxis wirklich so klappt, wird sich wohl nach den nächsten Klausuren zeigen… 
?? wenn du inspiration, charaktere zu definieren brauchst. oder logische abläufe von aktion und reaktion, in beziehung von charakter zu charakter …. ?? vielleicht können dir ein paar klicks auf meinen blog weiterhelfen …
oder wie ist dein posting zu verstehen?
einen handlungsrahmen kannst du ja nicht erfragen, sonst müsstest du eine beteiligung anbieten
MfG
Tom
Es geht um den Einfluss, die eine Instanz auf die logischen Abläufe von Aktion und Reaktion zwischen den Charakteren hat.
Muss man diese Instanz berücksichtigen? Wenn ja wie sehr und welche Folgen würde dies mit sich bringen?
Um einen konkreten Handlungsrahmen geht es nicht. Eher um eine allgemeine Vorgehensweise bezüglich der Gestaltung von Gemeinschaften und deren Mitglieder.
Als Beispiel nehmen wir eine Stadt. Der Protagonist reist und kommt das erste Mal in diese Stadt, ohne zu wissen, wie dort so die Lage ist. Nun ist es schließlich unwahrscheinlich, dass die Stadt einem Paradies gleicht. Der Stadthalter kann z.B. so ein typisches Schwein sein, dass die Menschen durch extrem hohe Steuern ausnutzt. Die Machtposition des Stadthalters stellt hier die übergeordnete Instanz dar, von der ich gesprochen habe. Seine Eigenschaft prägt die Leute der Stadt, die wegen den Steuern am Rande ihrer Existenz leben müssen. Das bisschen, was ihnen dann noch übrig bleibt, ist für sie lebensnotwendig und Diebstahl wäre dementsprechend fatal für sie. Logischerweise fördert dies das Misstrauen gegenüber Fremden. Also werden die Menschen den Prota nicht unbedingt mit offenen Armen empfangen.
Dies mein ich. Reaktionen von Gesellschaftsmitgliedern entsprechend der übergeordneten Bedingungen.
Deinen Blog werde ich mir trotz meines kleinen Romans auch noch anschauen.
Liebe Grüße vom
Weg.
… der Protagonist reist, kommt in die Stadt ….. er sieht die Hoffnungslosigkeit, doch auch kreative Ansätze, … sucht partnerschaftliche Verhältnissse, findet sie (oder forciert sie) … unausgewogene (fanatische) Gruppen finden, oder bilden sich, drumherum … durch Einfühlsamkeit (ausdrucksstärke/ sensibilität) entwickelt sich eine Vision der Zukunft … Grenzen müssen festgelegt werden …
usw.usw. ich rate Dir meine Tabelle einzusehen
Schon einmal Danke für die Denkanstöße.
Die Tabelle hab ich auch schon entdeckt, aber für morgen muss ich meinen Kopf frei haben und ausgeschlafen sein, deswegen werde eine genauere Betrachtung wohl auf das Wochenende verschieben müssen.
Eine gute Nacht wünsch ich Dir und werde dann am Samstag oder Sonntag eine Rückmeldung geben.
Liebe Grüße vom
Weg.
.. gern geschehen …
Lass Dir Zeit.
Gute Nacht und schönes Wochenende -
LG
Tom