Gemeinschaftsprojekt RPG-Roman
Hier der ganze Thread: http://www.weg-des-stifts.de/smf/projekte-und-ideen/gemeinschaftsprojekt-rpg-roman/
Aloha Freunde,
dank einer Bestätigung meiner Idee möchte ich euch ein neues Projekt präsentieren, dass sowohl das Community-Leben einwenig hochschrauben sollte, als auch als Aushängeschild für unser Forum dienen sollte.
Ganz grob gesagt geht des darum mit mehreren Leuten einen Roman zu schreiben.
Und bevor jetzt das Geschreie “Das klappt doch eh nicht!” groß wird, solltet ihr lieber weiter lesen. Da uns der “Feind der Evolution” gezeigt hat, dass ein abwechselndes Schreiben eher nicht zum Ziel führt geführt hat und die Autoren teilweise trotz Hinweis und Überarbeitung eines Kapitels noch immer nicht zufrieden mit dem Werk ihrer Mitautoren waren, wird das System in diesem Projekt abgeändert.
Wie der Thread-Titel bereits verrät, möchte ich es ähnlich eines RPGs gestalten. Jeder Autor erschafft sich seinen eigenen Charakter/seine eigenen Charaktere, die er selbst gestalten darf ohne sich mit den anderen Autoren abzusprechen.
“Wie keine Absprache? Schon beim Feind der Evolution wurde zu wenig kommuniziert, weswegen es nur so gequält voran ging!”
Das erfüllt einen ganz bestimmten und simplen Zweck. Wenn ich nicht weiß, wie sie reagieren werden, weil ich die Charaktere nicht kenne, kann ich unmöglich ihre Reaktionen in meinen Text einplanen. Das heißt ich werde warten müssen, wie mein Mitautor und “Herr der anderen Charaktere” ihre Reaktion darstellt. Es beginnt also eine indirekte Kommunikation der Autoren über die Charaktere, wie in einem RPG.
Abgesehen davon führt die Unwissenheit über die anderen Charaktere schneller zu Konflikten. Und meiner Meinung nach gibt es nicht viel was interessanter ist, als ein Konflikt zwischen gut ausgearbeiteten Charakteren.
Jetzt haben wir geregelt wie es mit den Charakteren gehändelt wird, aber wie steht es mit dem eigentlichen Plot? Schreiben wir einfach blind drauf los?
Hier ein klares nein. BEVOR wir überhaupt anfangen zu schreiben, werden wir einiges planen und einige Dinge zusammen festsetzen.
Dazu gehören: Setting, Genre, Welt (falls nötig), spezifische Beschränkungen, Recherche (falls nötig), Rote Fäden, Anfang und Ende.
Setting, Genre, Welt sollten selbsterklärend sein.
Die spezifischen Beschränkungen können dagegen äußert individuell auf die Story zugeschnitten werden. Wird es z.B. Magie geben, wird diese von ihrer Macht eingeschränkt werden müssen, damit ein normaler Magier kein strahlender Gott auf Erden ist. Spielt es aber in einer stink normalen Welt, in einer normalen Schule mit normalen Schülern könnte es z.B. Einschränkungen bezüglich der Hobbies, der Abstammung, der Herkunft geben. Da wir ja von den anderen Charakteren nicht viel wissen, wäre es einfach nur eine Lachnummer, wenn plötzlich alle Charaktere japanische Austauschschüler sind, die bei Naruto in die Lehre gegangen sind und mit 16 die höchsten Kampfkünste ihrer Heimat beherrschen.
Rote Fäden: Wir werden ein Gerüst für unsere Story aufbauen, an dem sich jeder orientieren soll und muss. Aber keine Angst ich werde euch beim Schreiben nicht die Möglichkeit der Improvisation nehmen. Umwege sind erlaubt, irsinnige Wege sind erlaubt, solange sie zu euren Charakteren und den auferlegten Beschränkungen passen, langweilige, spannende oder philosophisch angehauchte Wege sind auch erlaubt. Das einzige, was nicht erlaubt ist, ist das Unmögliche. In dieser Geschichte wird KEIN Charakter vom Zufall oder einer höheren Macht gerettet. Punkt. Und noch einmal. Es wird kein Deus Ex Machina geben. Zu keiner Zeit. Denkt daran, dass eure Charaktere sterben können, wenn es die Umstände nicht anders zu lassen. Fällt keinem Autor eine legitime Lösung ein, kann es auch sein, dass das Projekt ein frühzeitiges Ende findet. Auch wenns doch recht unwahrscheinlich ist.
Während der Konzeptarbeit werden wir also verschiedene Punkte erschaffen, die von den Charakteren erreicht werden müssen. Wie sie diese Punkte erreichen ist offen. Zwischendruch darf auch jederzeit gerne eine Nebengeschichte zu den Charakteren eingebaut werden, solange sie sich nicht ausschließlich zwischen den Charakteren eines einzigen Autors abspielen. Haltet den Kontakt zu den Mitschreibern und “Mitspielern”. Natürlich darf man auch streckenweise ein wenig auf Distanz gehen, um einen Punkt, der einem persönlich sehr wichtig ist, ungestört erzählen zu können. Aber das sollte nicht die Überhand gewinnen.
Der Anfang und das Ende stehen dann natürlich in direktem Zusammenhang mit den “Roten Fäden”. Wir erstellen halt ein Szenario in dem sich die Charaktere zu Beginn der Geschichte befinden und das sich dann langsam in Richtung Ende entwickelt.
Allerdings hat dieses System auch den ein oder anderen Knackpunkt.
Erstmal etwas, das jedes Gemeinschaftsprojekt hat. Unterschiedliche Schreibstile. Gerade wenn wir wie in einem RPG üblich posten, kann das schnell sehr offensichtlich und sehr nervend für die Leser sein, weil sie sich ständig umstellen müssen/umgewöhnen müssen.
Hier hab ich zwei Lösungsvorschläge.
1. Ist ein Kapitel abgeschlossen (dazu später mehr) wird es sofort von der zuständigen Person umgeschrieben und formmäßig auf einen Nenner gebracht.
2. Wir werden die Kapitel in Kurzgeschichtenform veröffentlichen, so dass eine Art “Fragmente-Roman” entsteht. Diese Kurzgeschichten müssen dann zwar auch von einer Person bearbeitet werden, allerdings kann man hier mit den Schreibstilen besser varrieren. D.h. die zuständige Person kann von Kapitel zu Kapitel wechseln.
Die 1. Lösung ist die einfachste, bedeutet für eine Person aber eine Menge Arbeit, während die zweite Lösung doch von der Form sehr anspruchsvoll ist, aber weniger Arbeit für die einzelne Person und damit bessere Arbeitsteilung verspricht.
Hier wird also im Plenum der Autoren entschieden. Auch wird dort entschieden in wie weit im Falle der zweiten Lösung die “Fragment-Form” ausgeprägt sein soll.
Ein weiteres Problem sind die Gespräche.
Wir wissen nicht wie der Gegenüber antworten wird, also müssen wir auf jeden neuen Satz im Gespräch warten. Das wird wohl auch der Hauptgrund sein, warum dieses Projekt einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen wird.
Ich habe zwar keine wirkliche Lösung, aber unter dem Aspekt, das später noch einmal überarbeitet wird, kann man folgendes machen:
Man klärt das Gespräch schon von vorneherein mit den anderen Autoren. Voraussetzung ist natürlich das man weiß, dass man dieses Gepspräch im nächsten Kapitel mit der entsprechenden Person führen wird.
Oder, nachdem bzw. während die erste Skizze des Kapitels entstanden ist/entsteht, geht man wie folgt vor:
1. Schon beim Schreiben lässt man seine Charaktere nicht einsilbig antworten und lässt sie in einem Mal so viel sagen, wie sie können. Auch wenn es vielleicht ganz zum Charakter passt. (Zumindest solange es vorher keine Absprache gab)
2. Man informiert den Überarbeiter, dass noch etwas an Gespräch xyz geändert wird, damit sich dieser keine unnötige Arbeit macht.
2. Man meldet sich beim “Herrn” des Gesprächspartners und erstellt eine Version des Gesprächs, wie sie sein sollte.
3. Man legt dem Überarbeiter die fertige Version vor. Am besten kommentiert, damit er weiß, was er nicht umschreiben soll.
z.B. Z. 20 Dabei wäre er so gerne ihr Wackelpudding gewesen. Wortlaut bitte nicht verändern.
Überhaupt die Zufriedenheit mit der Geschichte wird definitiv ein Problem werden. Wobei ich hoffe das durch die gemeinsame Planung des Endes und der “Story-Stationen” in Form der Handlungspunkte zumindest das Unwohlsein wegen einer Handlungswende minimiert wird.
Aber trotzdem wird es hier nur eine Lösung geben: Lokalisieren. Wo befindet sich das Problem? Analysieren. Was gefällt mir daran nicht? Denken und Verbesserungsvorschlag liefern. Konstruktive Kritik geben ist hier das ausschlaggebende Stichwort. Wenn wir wollen, dass diese Geschichte gut wird, muss jeder Autor zu jeder Kleinigkeit, die ihn stört, oder aber auch gefällt seinen Senf dazu geben. Dabei ists egal, obs die Charaktere sind, die einem nicht gefallen (wobei man wohl sehr wahrscheinlich Pech gehabt hat, aber Feedback, ist Feedback) oder ob man irgendwo logische Lücken entdeckt hat, oder ob einem eine Formulierung nicht gefällt. Jedem ists hier erlaubt begründet zu meckern.
Das sind erstmal die grundsätzlichen Sachen. Das Schreiben an sich wird halt erstmal wie bei einem RPG funktionieren. Einer macht den Startpost, der dann allerdings ruhig etwas länger ausfallen kann, wobei ich dazu später (nicht mehr hier) noch etwas sagen werde und die anderen folgen mit ihren Posts.
Ist eine günstige Stelle erreicht, wird erstmal ein Stop-Schild auf die Tastaturen geklemmt und die Fragmente werden zu einem Kapitel zusammengefasst.
Erstmal sagen die Autoren ihre Meinungen und posten ihre Eindrücke. Zur Story und zu den Charakteren. Dann wird kritisiert. Wer hat sich falsch verhalten? Hat jemand etwas getan, das eigentlich nicht möglich ist? Passt das von der Zeit? Kann das kleine Mädchen überhaupt so viel tragen?
Ist das abgeschlossen, wurden alle Verbesserungen vorgenommen und wurden alle Gespräche verbessert, fängt der Job des Überarbeiters an. In der Zwischenzeit kann dann durchaus schon mal weitergeschrieben werden.
Sobald der Überarbeiter fertig und das Kapitel gepostet ist, fängt das Spielchen wieder von vorne an. Ist die Überarbeitung gelungen? Ist nichts wichtiges verloren gegangen? Kommt alles so rüber, wie ich es wollte?
Das ist ein Haufen Arbeit, aber dafür sollte sich das Ergebnis wirklich sehen lassen können. Trotzdem bitte ich darum die Kapitel möglichst kurz zu halten, damit derjenige, der die Überarbeitung macht, nicht völlig erdrückt wird. Lieber einen langsamen, aber stetigen als einen sprunghaften und unzuverlässigen Fortschritt. Damit sollte die Motivation doch besser erhalten bleiben.
Also Leute das wars vorerst. Es ist gerade zu spät geworden, als das ich noch eine vernünftige und nach bestem Gewissen fehlerfreie Ergänzung zu diesem Post vornehmen könnte.
Ein paar Erklärungen werden vermutlich noch folgen, da ich gerade stark vermute irgendwas vergessen zu haben…. Aber mit dem halben Roman habt ihr fürs erste bestimmt genügend Lesestoff gehabt.
In diesem Sinne bin ich gespannt auf eure Meinungen und wünsche euch eine gute Nacht. 
